700 Jahre Kalteneber

 

Kalteneber

Als älteste Erwähnung Kaltenebers wird das Einkünfteverzeichnis Rusteberg vom Jahr 1318 angesehen. Die Zugehörigkeit und Verwaltung des Ortes wechselte im Laufe der Geschichte zwischen den Burgen Rusteberg und Gleichenstein (ehem. Velseck) und dem Martinsstift.
Seit 1991 ist das rund 356 Einwohner zählende Kalteneber einer von vier Ortsteilen der Stadt Heilbad Heiligenstadt.

Für den Ursprung und die Entstehung des Namens ergeben sich aus schriftlichen und mündlichen Überlieferungen unterschiedliche Deutungen. Sehr einleuchtend ist die Herleitung aus der für Siedlungen unüblichen Lage am Kalten Nordhang (Am kalten Über).

Kalteneber befindet sich auf der obereichsfeldischen Muschel-kalkplatte in Höhenlagen von 460 m über Normalnull (NN). Die höchste Erhebung und sogleich ein markanter Aussichtspunkt über das Eichsfeld ist die Kaltenebersche Klus auf 490 m Höhe. Der Sage nach hat ein blinder Wallfahrer an jenem Ort sein Augenlicht zurückerlangt und aus tiefer Dankbarkeit die kleine Kapelle erbauen lassen. Zuerst stand dort nur ein Kreuz, im Jahre 1768 wurde dann die Kapelle errichtet. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch eine imposante Sommerlinde, die über 250 Jahre alt und als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Das Erscheinungsbild von Kalteneber wird durch eine Vielzahl gut erhaltener und gepflegter Fachwerkhäuser geprägt, die sich überwiegend im Umfeld der 1866/68 erbauten und im Jahre 2005 sanierten St. Nikolauskirche im Zentrum des Ortes befinden.
Weitere, für das dörfliche Zusammenleben bedeutende Einrichtungen, sind das Dorfgemeinschaftszentrum mit Feuerwehrstützpunkt und angrenzendem Spielplatz, der Sportplatz, das Jugendzentrum, die Gaststätte sowie der Friedhof.

Bis zum Jahre 2009 befand sich am Standort dieser Informationstafel eine etwa 400 Jahre alte Sommerlinde, die zu den ältesten Bäumen des Eichsfeldes zählte. Aufgrund der Größe und exponierten Lage war dieser Baum weithin sichtbar und damit ein Identitätsmerkmal für Kalteneber. Durch Blitzeinschläge, Stürme und Pilzbefall geschwächt, musste der stattliche Baum schließlich gefällt werden. So wurde an dieser Stelle eine neue Linde gepflanzt und der Ortseingang neugestaltet.

Bedeutendster Sohn des Ortes Kalteneber war Dr. Lorenz Kellner. Der am 29. Januar 1811 geborene katholische Pädagoge erwarb sich hohes Ansehen durch seinen Einsatz für das Bildungs- und Schulwesen im Kulturkampf zwischen preußischem Staat und katholischer Kirche. 1892 verstarb Lorenz Kellner und wurde in einem Ehrengrab der Trierer Pfarrei St. Paulin beigesetzt. Sein Geburtshaus in Kalteneber steht noch heute in der nach ihm benannten Straße. In Heilbad Heiligenstadt wurde ihm ein Denkmal gesetzt, die Schule in der Lindenallee trägt seinen Namen.

Kontakt Ortsteilbürgermeister:
Karlheinz Staufenbiel
Mittelstraße 15
37308 Kalteneber
Tel: 036083 42488