Wandern im Stadtwald Heilbad Heiligenstadt

Urwaldpfad : Den Stadtwald entdecken und erleben...

Wenn man im Heiligenstädter Stadtwald Richtung Elisabethhöhe und Maienwand unterwegs ist, nimmt man Schilder wahr, die auf einen Urwaldlehrpfad hinweisen. Der Forst- und Jagdausschuss beschloss letztes Jahr die Errichtung dieses Lehrpfades, der sich unweit des Aussichtspunktes „Maienwand“ befindet. Die städtischen Waldarbeiter haben dort mit Unterstützung des Bauhofes den ca. 500 m langen Urwaldlehrpfad an einem Hang in Form eines Erdweges angelegt.

Anfang Oktober wurde der Lehrpfad feierlich eröffnet im Beisein von Bürgermeister Thomas Spielmann, Herrn Dr. Hager vom Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, Vertretern des Thüringer Forstamtes, des Stadtrates und Mitarbeitern der Stadt Heilbad Heiligenstadt sowie den Pfadfindern „Royal Rangers“.

Peter Haseloff, sachkundiger Bürger des Forst- und Jagdausschusses und städtischer Waldarbeiter, hatte seinerzeit die Idee, den Urwaldlehrpfad ins Leben zu rufen. Er führte die Gäste über den Pfad und gab interessante Erläuterungen.

Der zu besichtigende Wald ist ein Buchen–Eiben-Wald, der sich in seiner natürlichen Zerfalls- und Wiederaufbauphase befindet. Die ältesten Buchen sind aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, ebenso einzelne Exemplare der Eiben. Eiben sind in der Lage unter günstigen Umständen 9 Buchengenerationen (eine Buchengeneration ca. 300 Jahre) zu überleben, in die obere Kronenschicht einzuwachsen und dabei sehr imposante Ausmaße zu erreichen. Aufgrund der starken Südhanglage und flachgründiger Muschelkalkböden sind die Bäume im Sommer starker Austrocknung ausgesetzt und sehr langsamwüchsig.

Die Bäume in diesem Urwald sind auf gleicher Fläche unterschiedlich alt, weil kleinere Lücken im Kronendach das Aufwachsen junger Bäume begünstigten. Das Holz der abgestorbenen Bäume bildet wieder Humus und gibt die gespeicherten Nährstoffe an den Boden zurück. Einzelne Bäume sind regelrecht krumm und schief gewachsen, im Gegensatz zu den benachbarten forstlich bewirtschafteten Buchenwäldern. Sie sind ein markantes Zeichen für mitteleuropäische Urwälder. Weiterhin sind die für trockene Buchenwälder typischen Mischbaumarten zu finden, wie die Elsbeere, der Feldahorn, die Esche und die Gemeine Kiefer. Dieser alte Wald beherbergt eine Anzahl selten gewordener Pflanzen, Pilze und Tiere, welche auf dieses Biotop angewiesen sind.

Die Stadt Heilbad Heiligenstadt weist daraufhin, sich auf dem Lehrpfad ruhig zu verhalten, angrenzende Waldflächen dürfen nicht betreten werden. So kann ein Stück urwüchsiger Natur erlebt und erhalten werden. Das Benutzen des Urwaldlehrpfades geschieht auf eigene Gefahr. Bei Sturm, Gewitter, Schnee und Eis ist die Benutzung des Urwaldlehrpfades nicht gestattet.

Weitere Auskünfte, Wanderkarten und geführte Wanderungen erhalten Sie bei der Öffnet internen Link im aktuellen FensterTourist-Information der Stadt Heilbad Heiligenstadt (Rathaus, Marktplatz 15, Tel. 03606-677141).

 

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Größere forstliche Einschlagsarbeiten wurden in dieser Fläche zuletzt Anfang der 1950er Jahre durchgeführt
Größere forstliche Einschlagsarbeiten wurden in dieser Fläche zuletzt Anfang der 1950er Jahre durchgeführt, ansonsten wurden seither nur einzelne Buchen gefällt und im Wald belassen, um die Eiben zu fördern.
Geführte Wanderungen von der Tourist-Information
Geführte Wanderungen der Tourist-Information von April bis einschließlich September oder auf Anfrage auch für Gruppen

Wo genau befindet sich der Urwaldpfad eigentlich?

Geführte Wanderung der Tourist-Information von April bis einschließlich September oder auf Anfrage auch für Gruppen
Wanderkarten mit ausführlich beschriebenen Erlebnis-Wegen und geführte Wanderungen von April bis einschließlich September oder auf Anfrage auch für Gruppen erhalten Sie bei der Tourist-Information am Marktplatz 15.