Kneipp – Einklang von Körper, Geist und Seele

Die Kurtradition reicht zurück bis auf das Jahr 1929, als hier erste Anwendungen im Sinne Sebastian Kneipps durchgeführt wurden. Initiator und Bauherr des Kneippbades mit dazugehörigem Kurgebäude war die Ortsgruppe Heiligenstadt des Kneipp – Bundes e.V. Wörishofen, welche 1926 in Heiligenstadt gegründet worden war.

Die Finanzierung des Baus erfolgte durch Spenden, Darlehen und Kredite bei der Kreissparkasse, für die die Stadt die Bürgschaft übernahm. Das Baugrundstück stellte die Stadt zur Verfügung und schuf im Auftrag der Stadtverwaltung in den Jahren 1929 bis 1931 die Parkanlage auf dem Gelände benachbarter Wiesen und Weiden. 

Der Kurbetrieb verlief recht wechselhaft und kam in den letzten Kriegsjahren ganz zum Erliegen.

Wiedereröffnung

Nach Kriegsende entdeckte man die Kur in Heiligenstadt wieder. Allein im Jahre 1950 wurden nahezu 12.000 Anwendungen des Kneipp-Bades für Heiligenstädter und Bürger aus den nahe gelegenen Ortschaften sowie 142 Kurgäste registriert. In mehreren unaufgeforderten Dankschreiben der Kurgäste kam zum Ausdruck, dass sie Heilung wie auch Erfolg in Heiligenstadt gefunden haben.

Dies war Anlass genug, erstmalig am 20.09.1950 den Antrag an das Ministerium auf Anerkennung als Heilbad zu stellen. Diesem Antrag wurde am  19.12.1950 entsprochen. Heiligenstadt darf nunmehr seinem Stadtnamen das Prädikat Heilbad voranstellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Zeitraum 1950–1969 fanden im Kneipp-Bad 22.454 Personen Aufnahme und Behandlung. Am 01. Oktober 1972 traf der 25.000 Kurgast des Heiligenstädter Kneipp-Bades ein. In den Jahren 1973–1974 erfolgte die Rekonstruktion und die bauliche Erweiterung des Kneipp-Badehauses.

Mit dieser baulichen Veränderung konnte auch das Behandlungsprogramm weiter qualifiziert werden, und zwar durch folgende medizinisch-technische Einrichtungen:

  • Inbetriebnahme des Vierzellenbades
  • Einbau Fuß- und Armbadewannen nach Schwenninger/Hauffe
  • Inbetriebnahme der Unterwasser-Druckstrahl-Massage-Behandlung
  • Aufnahme des CO2-Gasbades in das Behandlungsprogramm
  • Beginn der Reizstromtherapie
  • Fahrradergometer