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Wallfahrten & Prozessionen

Die große Leidensprozession in Heiligenstadt

 

Im kirchlichen Leben des Eichsfeldes ist die am Palmsonntag durch die Straßen der Heiligenstädter Innenstadt führende große Leidensprozession einer der beeindruckendsten Höhepunkte. Die Art der Prozession als szenische Ausgestaltung des Leidensweges Christi ist ein für Deutschland einmaliges Erlebnis. Schon zur Fronleichnamsprozession 1581 waren von den Heiligenstädter Jesuiten die "Leidensgeräte des Herrn" mitgeführt worden. Dies sollte dafür sorgen, "dass die Bittgänge oder Prozession fürderhin mit größerer Frömmigkeit und Glanz stattfinden".

 

1734 wurde die "Prozession zu Ehren des Leidens Christi" vom Karfreitag "auf den Palmsonntag vorverlegt zum großen Vorteil der Stadt und unter großer Beteiligung der Büßer..."

Seither tragen Männer aus Heiligenstadt und seit dem 2. Weltkrieg auch Männer aus Westhausen die sechs schweren und überlebensgroßen Figuren durch die Innenstadt von Heiligenstadt, begleitet von tausend Katholiken, wobei aber tausende die Straße säumen, um an den Leidensweg Christi zu erinnern und eine lebendige Form des Glaubensbekenntnisses zu geben.