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Aktuelles
Freitag. 30. September 2011
Papst Benedikt XVI. im Eichsfeld
Papstbesuch- Papstwetter – Papststimmung – ein einmaliges ErlebnisPapst Benedikt XVI. feiert mit Eichsfeldern und Gästen Marianische Vesper auf dem Pilgerfeld in Etzelsbach
Der 23. September 2011 geht in die Geschichte ein.
Was für ein Tag für Tausende Gläubige: Der Heilige Vater feierte mit etwa 90.000 Eichsfeldern sowie Pilgern aus Nah und Fern eine Marienvesper nahe der Wallfahrtskapelle von Etzelsbach.
Für viele begann der Tag schon in aller Frühe. Vor allem die freiwilligen Helfer waren ab Mitternacht im Einsatz und auch die ersten Besucher reisten ab dem frühen Morgen an. Alles verlief reibungslos, Cheforganisator Peter Kittel hatte alles im Griff.
Die Pilgerströme kamen aus allen Richtungen. Um 13.00 Uhr begann das Vorprogramm mit musikalischen Darbietungen auf der großen und zugleich imposanten Nebenbühne. Zwischendurch stellten sich verschiedene kirchliche Einrichtungen vor.
Aber auch Prominenz aus Kirche und Politik kam zu Wort. Ferner wurden Wallfahrtsorte aus dem Eichsfeld vorgestellt. Mit Gebeten und Liedern stimmten sich die jungen und älteren Menschen auf das Eintreffen des Papstes ein.
Die Sonne strahlte und nur einige wenige Wolken zeigten sich am Himmel. Die Zeit verging sehr schnell und mit Eintreffen der ersten Helikopter ab etwa 17.00 Uhr drängten sich doch viele Pilger in Richtung Papamobilstrecke, um dem Heiligen Vater recht nah zu sein. Mit etwas Verspätung, etwa 17.45 Uhr, landete der Papst in Etzelsbach. Die Pilger bereiteten ihm einen herzlichen und bewegenden Empfang: Fahnen wurden geschwungen und Benedetto-Rufe erschallten über das große Pilgerfeld. Diese Begeisterung unter den Zehntausenden Pilgern war für alle ein unvergessliches und nachhaltiges Erlebnis, das die Menschen wohl nie vergessen werden.
Um 17.50 Uhr bog das Papamobil auf die vorgegebene Strecke. In der Sakristei hinter der Altarbühne zog er sich um. Bis zum Beginn der Marienvesper herrschte eine beeindruckende Stille. Die meisten Pilger verfolgen die Marianische Vesper über die großen Leinwände.
Bischof Dr. Joachim Wanke begrüßte Papst Benedikt XVI. im Namen aller Eichsfelder, Gäste und auch daheimgebliebenen Gläubigen auf das Herzlichste: „Heiliger Vater, wir heißen Sie im Eichsfeld herzlich willkommen. Wir sind dankbar für die wiedergewonnene Einheit und Freiheit“. Als Zeichen der Dankbarkeit bekam er ein Kreuz aus ehemaligem Stacheldraht überreicht.
Und an die Gläubigen gerichtet sagte Bischof Wanke: „Wenn wir heute im ältesten Marienwallfahrtsort des Eichsfeldes mit unserem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. das Gotteslob gemeinsam feiern, so ist dies für uns alle eine große Freude und Ehre. An der Wallfahrtskapelle in Etzelsbach haben seit vielen Generationen Pilger aus Nah und Fern gebetet, aber einen solchen prominenten Pilger wie Papst Benedikt habe dieser Ort noch nicht gesehen“, so der Bischof. „Dass der Nachfolger Jesu Christi mit uns hier betet, ist allen eine große Freude“, brachte es Bischof Wanke auf den Punkt.
„Was beim Weltjugendtag in Köln noch Wunsch war, ist heute wahr geworden“, freute sich Bischof Dr. Wanke. „Benedikt wir sehen uns zweimal“, hatte er damals gesagt.
Im Anschluss stellten junge Eichsfelder Mädchen und Jungen dem Papst die Region vor. Andere übergaben kleine Gastgeschenke aus dem Eichsfeld, über die sich der Heilige Vater sehr freute.
So bekam er u. a. von den Eichsfelder Werkstätten eine Schale mit Symbolen „Glaube-Hoffnung-Liebe“ überreicht, damit der Glaube im Eichsfeld und darüber hinaus weiter Zukunft hat.
Pfadfinder hatten ein großes Kreuz und ein T-Shirt vom Weltjugendtag dabei. Für alle nahm sich der Heilige Vater Zeit.
Zur Gebetsstunde begrüßte der Papst alle Pilger persönlich: „Seit meiner Jugend habe ich viel vom Eichsfeld gehört, dass ich dachte, ich muss es einmal sehen“, freute sich das Kirchenoberhaupt auf den Besuch im Eichsfeld. Bischof Wanke habe ihn auf dem Flug hierher die Vielfalt dieses Landstriches vorgestellt. „Der Wunsch, das Eichsfeld zu besuchen, ist nun in Erfüllung gegangen“.
Die Etzelsbachkapelle sei eine Stätte des innersten Friedens. Die Verehrung Marias spielte in seiner kurzen Ansprache eine große Rolle. Dabei ging der Papst auf die Besonderheit der Etzelsbacher Marienfigur ein, die für diesen feierlichen Anlass aus der Kapelle auf die Altarbühne gebracht wurde. „Maria ist auch unsere Mutter, sie hat viel Leid erfahren“, sagte er zu Gläubigen. Im Gegensatz zu den meisten Gnadenbildern sei hier die Wunde der Seite des Gekreuzigten nicht sichtbar, stattdessen ist das Herz Jesu seiner Mutter zugewandt. „Das Herz ist das Organ des tiefsten Mitgefühls“, sagte der Papst.
„Gott hat bei Maria alles zum Guten geführt“ und sie sei zur Gefährtin und Beschützerin der Menschen auf ihrem Lebensweg geworden. Er bat für uns Gläubige: „Maria hilf uns bei Gott die Kraft und die göttliche Liebe zu finden“. Alle mögen die Gegenwart so gestalten, wie sie der Botschaft Jesus Christus entspricht: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“.
Mit der Marienvesper wurde auch die besondere Verbundenheit der Eichsfelder zur Gottesmutter geehrt und die Standhaftigkeit der Eichsfelder im Glauben gewürdigt. Am Ende der bewegenden Marianischen Vesper sangen alle begeisterten Pilger den Pontifex zu Ehren das Eichsfeldlied und verabschiedeten ihn in Richtung Erfurt.
Der Stadt Heilbad Heiligenstadt wurde im Rahmen des Besuchs des Heiligen Vaters in Etzelsbach noch eine ganz besondere Ehre zuteil:
Papst Benedikt XVI. trug sich in das Goldene Buch der Stadt Heilbad Heiligenstadt ein.
Am Samstagabend überreichten (v. r.) Propst Durstewitz, Gerhard Jünemann und Thomas Stützer dem Bürgermeister das Goldene Buch mit der Unterschrift des Papstes. Welch Freude!
Die meisten Besucher verließen nach dem Ende der Marienvesper das Pilgerfeld. Viele nutzten aber auch die musikalische Unterhaltung auf der Nebenbühne zum Verweilen. Mit einem guten Gefühl im Herzen für alle, die die historischen Momente im Eichsfeld mit Papst Benedikt miterlebten, ging ein ereignisreicher, unvergesslicher und langer Tag zu Ende.








